EVENSONG

DONNERSTAG, 12. SEPTEMBER 2013, 18:00 UHR

DR. ULRICH KNELLWOLF

Pfarrer und Autor

VOKALENSEMBLE DES CANTUS ZÜRICH LEITUNG WALTER RIETHMANN

HEINZ SPECKER

Orgel

Jahresthema 2013: «Christliche Philosophen und Denker»

Markus - der Theologe als Erzähler


John Rutter (*1945): Drei Motetten für gemischten Chor und Orgel

                                   A Clare Benediction

                                   The Lord bless you and keep you

                                   The Peace of God

 

 

Ulrich Knellwolf wuchs in Zürich und Olten auf, besuchte die Kantonsschule in Solothurn und studierte dann Evangelische Theologie an der Universität Basel, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und der Universität Zürich. 1990 wurde er mit einer Arbeit über Jeremias Gotthelfs erzählende Theologie (Gleichnis und allgemeines Priestertum. Zum Verhältnis von Predigtamt und erzählendem Werk bei Jeremias Gotthelf) in Zürich zum Dr. theol. promoviert.
Seit 1969 wirkte er als reformierter Pfarrer, zunächst in Urnäsch und Zollikon und schliesslich von 1984 bis 1996 an der Predigerkirche in Zürich. Danach wurde er Mitarbeiter der Stiftung Diakoniewerk Neumünster Zollikerberg. Er lebt in Zollikon. 2006/2007 sprach er das "Wort zum Sonntag" im Schweizer Fernsehen (SF).

 

Walther Riethmann studierte Gesang, Klavier und Liedbegleitung in Winterthur und Zürich und Dirigieren bei Erich Schmid. Heute leitet er u.a. die Chöre Cantus Basel, Cantus Zürich und TonArt Zürich.

 

Johannes Markus oder Markus ist eine Gestalt des Neuen Testaments, nach altchristlicher Tradition auch der erste Bischof von Alexandria und damit Begründer der koptischen Kirche und der Verfasser des Markusevangeliums. Sein Symbol ist der Löwe.

Belege über sein Leben sind das Neue Testament, insbesondere die Apostelgeschichte, und die Kirchenväter Papias, Eusebius von Caesarea, Hieronymus und Epiphanius. Die Identität des Verfassers des Markusevangeliums mit den Namensträgern im Neuen Testament ist umstritten. Die kirchliche Tradition schreibt das anonym verfasste Evangelium dem in der Apostelgeschichte genannten Johannes Markus zu. Johannes Markus war ein Judenchrist in Jerusalem und der Vetter des Barnabas. Das Haus seiner Mutter wird später zum Mittelpunkt der Jerusalemer Urgemeinde.

Johannes Markus wurde von Barnabas und Paulus auf die erste Missionsreise mitgenommen, hielt aber nicht durch und kehrte in Perge in Pamphylien um. Zur zweiten Missionsreise wollte Barnabas Markus wieder mitnehmen, aber Paulus weigerte sich und wählte Silas zum Gefährten, während Barnabas mit Markus nach Zypern fuhr.

Später besteht wieder ein gutes Verhältnis zwischen Paulus und Markus, der während der ersten Gefangenschaft bei Paulus in Rom ist und um dessen Kommen Paulus bei seiner zweiten römischen Haft den Timotheus ausdrücklich bittet.

Eine Identifizierung des Johannes Markus mit dem im 1. Petrusbrief genannten Markus ist ebenfalls unsicher. Die kirchliche Tradition zieht diese Verbindung und legt somit Rom als Abfassungsort des Markusevangeliums fest. Demnach befindet er sich in Rom bei Petrus (1 Petr 5,13 EU), der ihn seinen „Sohn“ nennt. Im Evangelium finden sich aber keine Anzeichen, dass der Verfasser Augenzeuge der irdischen Tage Jesu war, was gegen eine Mitwirkung des Petrus am Evangelium spricht.

Die Vermutung, dass Markus mit dem unbekannten jungen Augenzeugen der Gefangennahme Jesu  – jenem nur bei Markus erwähnten jungen Mann, den ein römischer Soldat am Gewand festhielt, worauf er es abstreifte und nackt floh – sich selbst gemeint hat, wird von der kirchlichen Tradition gestützt. Papias berichtet um 130, dass Johannes Markus der Übersetzer des Petrus war und die Lehren von Petrus genau niedergeschrieben hat, jedoch nicht in der gleichen Reihenfolge, wie er sie gehört hat.

Eusebius, Hieronymus und Epiphanius berichten, dass Markus der Gründer der Gemeinde in Alexandria war – die Zeit seiner Ankunft wird als die Vierziger oder Fünfzigerjahre angegeben. Die koptische Kirche sieht ihn als ihren ersten Papst. Quellen aus dem vierten Jahrhundert (Hieronymus, Eusebius von Caesarea, Markusakten) berichten vom Märtyrertod des Markus in Alexandria am 25. April des Jahres 68.

 

John Rutter (*1945 in London) ist ein englischer Chorleiter und Komponist.
Rutter studierte am Clare College in Cambridge Musik und war von 1975 bis 1979 dessen Musikdirektor. 1981 gründete er die Cambridge Singers, die er seither leitet, einen professionellen Kammerchor, der sich hauptsächlich auf Plattenaufnahmen konzentriert. Rutter gilt gegenwärtig als einer der bedeutendsten und populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik.

Musikalisch kann er der Postmoderne zugeordnet werden. Seine Werke sind in der europäischen Kadenzharmonik verankert, behandeln diesen Bezugsrahmen aber höchst souverän und originell. Eine vielschichtige Harmonik und Rhythmik, die auch Jazz-Elemente aufnimmt, und ein großer melodischer Erfindungsreichtum geben Rutters Musik suggestive Kraft. Dabei werden auch textliche und melodische Zitate aus weit zurückliegenden Epochen eingearbeitet.