EVENSONG

DONNERSTAG, 8. MAI 2014, 18:00 UHR

CHRISTOPH HÜRLIMANN

Pfarrer und Autor

ALEXANDRE JAQUES

Akkordeon

Jahresthema 2014: «Geschichten und Bilder aus dem Alten Testament»

 

DAVID - WARUM DER JÜNGSTE KÖNIG WIRD»

 

Musik:

Sophia Gubaidulina (*1931)    DE PROFUNDIS

Nikolaus Brass (*1949)            TRENNZEICHEN  I und VI

 

Christoph Hürlimann, seit 1964 Pfarrer in Kappel a. Albis, wo er seit 1967 das Haus der Stille aufbaute und von 1988 bis 98 leitete. Bruder Klaus von Flüe, 1983 / Mit der Bibel beten (Bilder von Silja Walter), 1997 / Klagen hat seine Zeit, 1998 / Verborgene Führung, 1999 / Kaffee, Sandwich und Mineral und andere Weihnachtsgeschichten, 2006 / Der Besuch des Engels, Meditationen mit Bildern, 2007, Aus der Einheit leben, Begegnung mit Niklaus von der Flüe, 2013.

 

Alexandre Jaques studierte Akkordeon in Feldkirch A, Salzburg A und Trossingen D bei Prof. G. Kovacevic (Bachelor), Prof. H. Maier (Konzertdiplom) und F. Gisinger (Master Pädagogik). Seit September 2012 führt er eine liturgische Orgelstudium bei Prof. Kei Koito und Prof. Pierre-Alain Clerc in Lausanne. Autor von mehreren pädagogischen Werken arbeitet er mit Yannick Ponzin (Concervatoire nationale de Perpignan F) und Jörgen Wunn (Wunn-Verlag, Esslingen D) für die Entwicklung von neuen Werken für klassische Akkordeon. Er unterrichtet Akkordeon in den Musikschulen Thalwil-Oberrieden und Kilchberg-Rüschlikon und konzertiert als Solist und mit kammermusikalischen Partner in der Schweiz und im Ausland. Zudem ist er Organist in der réformierte Kirchgemeinde Neukirch-Egnach.

 

Sofia Gubaidulina ist 1931 in der Stadt Tschistopol der Tatarischen autonomen Republik geboren worden. Ihr Vater war Ingenieur-Geodät, die Mutter Lehrerin, der Großvater Mullah. Gubajdulina selbst bekennt sich zum Russisch-Orthodoxen Glauben. Gubaidulina studierte Komposition und Klavier am Konservatorium von Kasan und führte nach dem Abschluss 1954 ihre Studien in Moskau bis 1963 fort. Als Studentin wurde sie mit einem Stalin-Stipendium ausgezeichnet. Während dieser Studien wurde ihre Musik als „pflichtvergessen“ bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren „Irrweg“ fortzusetzen.
Ihr Erfolg im Westen wurde vor allem von Gidon Kremer unterstützt, der ihr Violinkonzert Offertorium 1981 uraufführte. Seit zwei Jahrzehnten gehört Sofia Gubaidulina zusammen mit Alfred Schnittke und Edisson Denissow zu den führenden, weltweit anerkannten Komponisten Russlands der Ära nach Schostakowitsch.
Sofia Gubaidulina lebt seit 1992 in Deutschland und wohnt in Appen. Sie ist u.a. Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie der Königlich Schwedischen Musikakademie
Stockholm sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters.


Nikolaus Brass begann frühzeitig zu komponieren. Nach dem Abitur 1968 absolvierte er in München, Schottland und an der Freien Universität Berlin ein Medizinstudium. Komposition studierte er bei Peter Kiesewetter in München, bei Frank Michael Beyer an der Universität der Künste Berlin und bei Helmut Lachenmann in Hannover. 1980–86 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil. Dort begegnete er Morton Feldman, der sein weiteres musikalisches Denken und Schaffen nachhaltig beeinflusste.

Lange Jahre arbeitete Brass als Mediziner – zunächst als Klinikarzt, ab 1982 als Redakteur der Fachzeitschrift « Ärztliche Praxis » und parallel als Komponist. Die „konkrete Konfrontation mit der existenziellen Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins, mit Aufbruch und Glück, aber auch Schmerz, Siechtum und Tod fungierte wie ein Kompass bei der Suche nach Ausdruck.

 

Zu den Werken:

De Profundis (1978) Werk für Bajan (Akkordeon), handelt es sich um das erste Werk, das Gubaidulina in Zusammenarbeit mit Friedrich Lips schreib, der die Technik des Bajanspiels grundlegend reformiert hat.

De Profundis bezieht sich auf den Psalm 130 « Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir » in seiner lateinischen Fassung. Es entsteht ein Bild des menschlichen Leidens « in der Tiefe ». Mit Choralklängen werden Begriffe wie Hoffnung, Vertrauen und Gnade zum Ausdruck gebracht. Die Grundidee des Aufsteigens aus der Tiefe manifestiert sich in der Bewegungsrichtung des Werkes – vom Tiefen, dunklen Register bis hinauf in den hohen, hellen Tonbereich.

Trennzeichen I und VI, im Auftrag vom Stadt Fürstenfeldbruck für Kai Wangler geschrieben, sind aus eine Reihe von 7 Stücken ausgewählt worden.

Charakteristisch für diese Musik sind fließende Zeitprozesse, Fragen von Ordnung und Störung sowie Aspekte der menschlichen Existenz in einem „permanenten Kreisen von Verlieren und Wiederfinden“.

Das Alte Testament enthält eine Vielzahl von Geschichten und Bildern, die uns, scheinbar, vertraut sind, und die mit grosser Ausdruckskraft zu uns sprechen. Zehn Referentinnen und Referenten werden uns eine dieser Geschichten, zu welcher sie in einer näheren Beziehung stehen, auswählen und darlegen.