EVENSONG

DONNERSTAG, 5. OKTOBER 2017, 18:00 UHR

PROF. HELMUT HOLZHEY

Philosoph und Professor Emeritus

KLARA GUNTERSWEILER

Sopran

HEINZ SPECKER

Orgel

MEIN LIEBLINGSPHILOSOPH


«Was gibt der Philosoph Immanuel Kant uns heutigen Christen

immer noch zu denken?»

 

Musik

Drei Lieder aus dem Bach-Schemellischen Gesangsbuch

Vater Unser von Arvo Pärt


 

Die Stimme des Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) bleibt selbst im Getöse unserer Zeit hörbar. Er hat sich in seinem Werk immer wieder auf philosophischen Wegen mit religiösen Themen befasst. Spät in seinem Leben notierte er sich: „Es ist unmöglich, dass ein Mensch ohne Religion seines Lebens froh werde.“ Doch wo liegen die Grenzen unserer Erkenntnis? Er untersuchte das vornehmlich in Bezug auf drei Themen: Gott, Freiheit, Unsterblichkeit der Seele. Es sind das Themen, mit denen es um den Sinn unseres Lebens geht. Besonderes Interesse zieht Kants Denken damit auf sich, dass er bei aller Kritik an den philosophischen Antworten auf die Sinnfrage die Gottsuche als einen wesentlichen Bestandteil menschlichen Lebens betrachtet. Seine Philosophie hält damit einen Weg offen, auf dem sich christlicher Glaube sowohl gegen den Atheismus verteidigen als auch immer wieder erneuern lässt.


Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Holzhey studierte Theologie, anschliessend Philosophie und Soziologie in Zürich. Von 1985 bis 2004 war er Ordinarius für Philosophie an der Universität Zürich. Am Leitfaden der Frage nach der Möglichkeit metaphysischer Erkenntnis befasste er sich vor allem mit der Philosophie Immanuel Kants und Hermann Cohens. Er ist Herausgeber eines vielbändigen Standardwerks zur Philosophiegeschichte. 2017 erschien von ihm ein kleines Buch: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel“. Erfahrungen an den Grenzen philosophischen Denkens.


Klara Guntersweiler

Ihre Ausbildung zur Lehrerin in musikalischer Grundausbildung erhielt sie am Seminar für musikalische Grundausbildung. Danach studierte sie Sologesang bei Lina Maria Akerlund am Konservatorium Winterthur. Ihre Vorliebe liegt bei der Alten Musik und der klassischen Moderne.
Sie hat einen Lehrauftrag für Musikalische Grundschule an MKZ (Musikschule Konservatorium Zürich) inne, tätigt kammermusikalische Auftritte und macht chorisch-stimmbildnerische Arbeit mit Kindern im kirchlichen Bereich. Ebenso erteilt sie Sologesangsunterricht auf privater Basis.


Heinz Specker

Meine erste Begegnung mit der Orgel fand während der Gymnasiumszeit in Einsiedeln, Altdorf und v.a. Frauenfeld statt, wo ich an der dortigen wunderschönen Metzler-Orgel in St. Nikolaus unter der Anleitung von Josef Holtz erste Erfahrungen sammeln durfte. Nach der Matura studierte ich dann bei Rudolf Meyer an der Musikhochschule Winterthur und bei Xavier Darasse am Consérvatoire National de Toulouse künstlerisches Orgelspiel. Danach folgten Studienjahre mit Schwerpunkt in Interpretation alter Musik bei Peter Reichert an der Hochschule Winterthur.
Prägend war für mich in Toulouse aber auch die zweijährige Tätigkeit als regelmässiger Aushilfsorganist an der romanischen Basilika Saint-Sernin, mit ihrem unendlich langem Raum, ihrem Altar aus dem 6.Jh. und der unvergleichlichen Cavaillé-Coll-Orgel von 1889. Daneben besuchte ich mehrere Meisterkurse bei Anton Heiller, Marie-Claire Alain, Michael Radulescu, Karl Hochreiter, Ton Koopman und verschiedenen weiteren Persönlichkeiten der Orgelwelt.
Seit 1988 bin ich Titularorganist der symphonischen Orgel von 1914 in St. Anton, Zürich. Die Schwerpunkte meiner organistischen Tätigkeiten liegen, auch bedingt durch das sehr schöne Instrument, welches mir in Zürich zur Verfügung steht, in der Musik von etwa 1850 bis 1918, d.h. die Musik Max Regers und Sigfrid Karg-Elerts, César Francks, Charles-Marie Widors und Louis Viernes bis zu den Werken Olivier Messiaens und Jehan Alains. Daneben ist mir auch die zeitgenössische Musik ein besonderes Anliegen, wo ich auch einige Werke uraufgeführt habe. Meine Arbeit als Dozent für Musiktheorie an der privaten Hochschule SAMP/Kalaidos und diverse Projekte im Konzertmanagement und Fundraising runden meine Tätigkeit ab.