KONZERT

SONNTAG, 30. JUNI 2013, 18:15 UHR

HEINZ SPECKER

Orgel

DETLEV VON USLAR

Referat

MUSIK UND RAUM

«Über die Wirklichkeit des Mythischen»

 

NICOLAS DE GRIGNYHYMNUS «VENI CREATOR SPIRITUS»

1671 – 1703

 

FRANZ LISZTÉVOCATION À LA CHAPELLE SIXTINE

1811 – 1886

 

 

CÉSAR FRANCKGRANDE PIÈCE SYMPHONIQUE

1822 – 1890

 

 

 

 

 

Heinz Speckers erste Begegnung mit der Orgel fand während der Gymnasiumszeit in Frauenfeld statt, wo er an der dortigen wunderschönen Metzler-Orgel in St. Nikolaus unter der Anleitung von Josef Holtz erste Erfahrungen sammelte.
Nach der Matura studierte er dann bei Rudolf Meyer an der Musikhochschule Winterthur und bei Xavier Darasse am Consérvatoire National de Toulouse.
Prägend war für ihn in Toulouse aber auch die zweijährige Tätigkeit als regelmässiger Aushilfsorganist an der romanischen Basilika Saint-Sernin, mit ihrem unendlich langem Raum, ihrem Altar aus dem 6.Jh. und der unvergleichlichen Cavaillé-Coll-Orgel von 1889. Daneben besuchte er mehrere Meisterkurse bei verschiedenen Persönlichkeiten der Orgelwelt.
Seit 1988 ist er Titularorganist der symphonischen Orgel von 1914 in St. Anton, Zürich, Dozent für Musiktheorie für die Schweizerische Akademie für Musikpädagogik an der Fachhochschule SAMP/Kalaidos. Weiter ist er im Konzertmanagement in verschiedenen Projekten tätig.

Detlev von Uslar
wurde 1926 in Hamburg geboren und wuchs vor allem in Schwerin, Mecklenburg auf. Er studierte zunächst Philosophie, Theologie und Psychologie in Göttingen, unter anderem bei Nicolai Hartmann. Darauf folgte ein Philosophie- und Psychologiestudium in Freiburg im Breisgau bei Martin Heidegger und Robert Heiss und in Heidelberg bei Hans-Georg Gadamer.
1967 wurde er zum ausserordentlichen Professor für theoretische Psychologie und philosophische Grundlagen der Psychologie an der Universität  Zürich berufen.
Von 1974 an war er ordentlicher Professor und auch Mitdirektor des Psychologischen Institutes der Universität Zürich und Leiter der Abteilung Anthropologische Psychologie.
Auch als emeritierter Professor ist Detlev von Uslar weiterhin als Dozent und Autor zahlreicher Publikationen in seinem Fachbereich tätig. Einige seiner neuesten Publikationen:
«Die gebaute Welt. Psychologie der Architektur»
«Traum als Ereignis, Psychologie der Trauminhalte und Traumsymbole»
«Momentaufnahmen. Lebensmomente, Zeitereignisse, Zeitgenossen»

 

«Musik und Raum – die mytische Wirklichkeit» Es geht um das Sein der Musik im architektonischen Raum. Der Raum der Architektur bestimmt in seinen elementaren Grundformen unser Darin-Sein. Zum Beispiel als der mittelpunktbezogene Zentralraum im antiken Rundtempel und der christlichen Taufkirche. Oder als der Langraum der altchristlichen Basilika, die eigentlich ein Prozessionsraum auf dem Wege zum Altar ist. Oder als die geniale Verbindung dieser Raumformen in dem Ovalraum barocker Kirchenschiffe. In Zusammenhang solcher Raumformen können wir auch die Kirche Sankt Anton betrachten, in der hier die Orgelmusik erklingt. Die Wahrheit, die in solchen Räumen gegenwärtig ist und sich ereignet, ist nicht einfach die „naturwissenschaftliche Wahrheit“, sondern etwas, was man „die mythologische Wahrheit“ nennen kann: Das was sich an Sinnzusammenhängen, Geschichten, Bildern – und ihrer Bedeutung – in diesem Raum ereignet. So zum Beispiel auch im Erklingen der Musik und in der liturgischen Bewegung und Handlung. Diese mythische Welt ist nicht weniger wirklich als die natur-wissenschaftliche, aber in einer anderen Weise. Detlev von Uslar