Ein Symphonisches Instrument von 1914

1914 von der Firma Kuhn AG aus Männedorf mit 54 klingenden Registern auf drei Manualen und Pedal gebaut, ist die Orgel von St. Anton, Zürich, eine für die damalige Zeit typische Vertreterin des spätromantischen symphonischen Stils. 1947 im Sinne der damaligen Orgelbewegung nur geringfügig verändert, wurde sie im Jahre 2002 von der Firma Kuhn Orgelbau aus Männedorf in beispielhafter Art wieder in den Originalzustand zurückversetzt. Sie ist eines der letzten integral erhaltenen Instrumente dieses Typus und im weiten Umkreis von Zürich gar das Einzige.

Mit ihren zahlreich vertretenen und fein abgestimmten Grundstimmen sowie den charakteristischen Soloregistern eignet sie sich hervorragend für die Interpretation der Musik des ausgehenden 19. Jh. und der folgenden Jahrzehnte. Das architektonische Zusammenspiel von Orgel, freistehendem Spieltisch und Empore in der fast gleichzeitig entstandenen Kirche mit ihrer ebenfalls zeittypischen Ausmalung ist von beeindruckender Wirkung und unterstreicht den Charakter eines Gesamtkunstwerkes.

 

Fernwerk
Bei der Restauration im Jahre 2002 wurde das schon 1914 geplante aber nie ausgeführte Fernwerk mit vier Registern ergänzt. Dabei konnten die im Spieltisch von Anfang an vorgesehenen Registerzüge und Schaltungen benützt werden. Dieses Fernwerk steht rund 40 Meter von der Hauptorgel entfernt hinter dem Altar und wird elektrisch angesteuert. Als Besonderheit kann die Vox Humana des Fernwerkes mit einer dynamischen Vorrichtung gespielt werden. Das heisst, dass zusätzlich zum Jalousieschweller auch die Windzufuhr verändert werden kann. Damit ist eine stärkere dynamische Abstufung möglich.

 

Disposition

54 klingende Register (davon zwei Auszüge und zwei Transmissionen), 3 Manuale + Fernwerk

Traktur: Pneumatisch (Taschenlade, Abwindsystem Kuhn), Fernwerk elektrisch

Registratur: Pneumatisch, Fernwerk elektrisch

1 freie Combination

6 feste Combinationen

Crescendo, Schweller II, Schweller III + Fernwerk

Stimmtonhöhe: a´= 435 Hz bei 15˚

Winddruck: 89-92 mmWS

 

I. MANUAL (C-g3)

Principal 16´

Bourdon 16´

Principal 8´

Flauto major 8´

Gamba 8´

Gemshorn 8´

Gedeckt 8´

Flauto amabile 8´

Octave 4´

Rohrflöte 4´

Quinte 2´ 2/3 [Auszug]

Superoctave 2´

Mixtur 6f. 2/3

Cornett 8´ [ab C]

Trompete 8´

 

II. MANUAL (schwellbar) (C-g3)

Lieblichgedackt 16´

Geigenprincipal 8´

Flûte harmonique 8´

Zartgedeckt 4´

Rohrflöte 8´

Salicional 8´

Viola 8´

Dolce 8´

Fugara 4´

Traversflöte 4´

Octave 2´ [Auszug]

Cornettino 4f. 4´

Clarinette 8´

Tremulant

 

III. MANUAL (schwellbar) (C-g3)

Quintatön 16´

Lieblichgedeckt 8´

Aeoline 8´

Voix céleste 8´

Concertflöte 8´

Flauto dolce 4´

Violine 4´

Flautino 2´

Vox humana 8´

Oboe 8´

Tremulant

Fernwerk (schwellbar, III. Manual)

Bourdon d’écho 8´

Viola d’amore 8´

Vox angelica 8´

Vox humana 8´ [durchschlagend]

Tremulant

 

PEDAL (C-f1)

Principalbass 16´

Violonbass 16´

Subbass 16´

Harmonicabass 16´

Stillgedackt 16´ [Transm.]

Quintbass 10´ 2/3

Octavbass 8´

Cello 8´

Dolcebass 8´ [Transm.]

Superoctave 4´

Posaune 16´

Trompete 8´

SPIELHILFEN (als Manubrien)

Koppeln:

II-I

III-I

III-II

PK I

PK II

PK III

II-I sub

III-I sub

III-II sub

II-I super

II super

III-I super

III-II super

III super

Streicher sub [für Fernwerk]

Streicher super [für Fernwerk]

Generalkopplung [sämtliche Koppeln]

Absteller:

Clarinette (II) ab

Oboe (III) ab

Vox humana (III) ab

Ausschaltung III. Manual

Einschaltung Fernwerk

[Calcant]

 

SPIELHILFEN (als Tritte)

Leerlauf-Kopplung [I. Manual]

Freier Collectivtritt

Koppeln:

PK I

PK II

Combinationen:

Annullateur

6 Feste Combinationen

 

 

SPIELHILFEN (als Druckknöpfe)

Absteller:

Automatisches Pedal ab

PK I ab

Crescendo ab

Cornettino 4´ (II) ab

Mixtur 2´ 2/3 (I) ab

Cornett 8´ (I) ab

Trompete 8´ (I) ab

Trompete 8´ (Ped.) ab

Posaune 16´ (Ped.) ab

Combinationen:

Freie Combination

Annullateur

6 Feste Combinationen

BALANCIERTRITTE

Crescendo

Schweller II

Schweller III + Fernwerk [auch als Windschweller für Vox humana 8´ im Fernwerk]